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Mein lieber kleiner Schatz,
nun sind es nur noch 25 Tage bis zum errechneten Geburtstermin. Ob Du früher
oder später aus meinem Bauch ausziehen wirst, weiß ich nicht, doch auf jeden
Fall dauert es nun nicht mehr lange, bis ich Dich das 1. Mal im Arm halten
darf.
Ich bin schon mächtig gespannt auf Dich! Auf Deine kleinen Hände und Füße,
auf Deinen schönen Babygeruch. Wie Du wohl ausschaust?! Ob Du Selina ähnlich
siehst....?
Die letzten 7 Wochen habe ich sehr viel gelegen. Ich war kaum außer Haus,
meist nur, um zum Arzt oder der Hebamme zu fahren. Ich war nicht einkaufen,
nicht spazieren; brauchte eine Haushaltshilfe, die mir 1-2 Mal die Woche das
Haus putzte und bügelte. Organisierte einen Babysitter, damit Selina 1-2 Mal
die Woche für 2 Stunden auf den Spielplatz, Roller und Dreirad fahren
konnte. Dein Papa durfte 1-2 Mal die Woche von zu Hause aus arbeiten, um mich
somit zu entlasten...
Anfangs war diese Umstellung sehr schwer für mich, da ich eher ein
"Powermensch" bin. Ich war enttäuscht und fragte mich, warum diese
Schwangerschaft so verlaufen musste.
Doch jetzt, nachdem Du nicht als "Frühchen" auf die Welt gekommen bist,
wovor wir so Angst hatten, wird mir einiges klarer und ich denke
mittlerweile, dass diese 7 Wochen Ruhe gut für uns- für uns alle in der
Familie- waren.
Die ersten Schwangerschaftswochen war mir übel und ich war müde, doch schon
bald ging es mir wieder gut und ich lebte meinen Alltag so, als ob ich nicht
schwanger wäre. Morgens aufstehen, Selina versorgen, dann mit Selina raus
auf den Spielplatz, Spazieren bzw. 3 mal die Woche morgens in Gruppen
(Kinderturnen, Wald- und Spielgruppe), kochen, Haushalt, mit Selina spielen,
basteln und schon war es Abend, ich lag auf der Couch, hatte endlich etwas
Ruhe und dachte wieder daran, dass ich schwanger bin. Dann legte ich meine
Hände auf den Bauch und nahm Kontakt mit Dir auf.
So verliefen viele Wochen und Monate. Nun, in den
letzten 7 Wochen hatte ich viel Zeit für mich. Ich konnte einige Bücher
lesen, wofür sonst höchstens mal Zeit im Urlaub war. Ich konnte mir viel
mehr Zeit für Dich nehmen, mit Dir reden, Dich streicheln, mit dir spielen
(wenn ich mit dem Finger auf dem Bauch entlang fuhr und Du kleiner Turner
immer wieder den Finger verfolgt hast, um nach ihm zu treten oder zu boxen
:-) ) und mich mit dem Thema bald zweifache Mutter zu sein auseinander zu
setzen.
Ich habe in diesen Wochen auch die anfangs sehr schmerzliche Erfahrung
gemacht, mich etwas von Selina abzunabeln oder sie von mir. Nicht mehr mit
ihr in Spielkreise oder auf den Spielplatz zu gehen, sondern das Kerstin
(Babysitterin), René oder Freunde machen zu lassen. Nicht immer die 1.
Anlaufstelle, bei Schmerz, Trauer oder Freude für sie zu sein... Diese Zeit
war für Selina und mich neu und daher anfangs schmerzlich, doch mittlerweile
haben wir uns dran gewöhnt und nutzen auch die "ruhigeren Momente" noch
intensiver- wie kuscheln, Bücher lesen, mit Puppen im Liegen spielen . Das
abendliche Kuscheln und Singen haben wir nun anstatt am Bett auf die Couch
verlegt und sind beide wieder sehr glücklich dabei.
Diese "Abnabelungsphase" wäre ansonsten wahrscheinlich entstanden, wenn Du
das Licht der Welt erblick hättest und dann wäre vieles Neues zusammen
gekommen und alles vielleicht stressiger geworden.
Ich stelle mir in Gedanken schon so oft vor, wie es wird, wenn wir mit Dir
nach Hause kommen und bin wahnsinnig neugierig darauf. Ich gehe oft vom Bad
aus kurz in Dein Zimmer, das soweit fertig vorbereitet ist für Dich. Ich
hole immer mal wieder Kleidung aus dem Schrank und stelle mir vor, wie Du
wohl darin aussiehst.
Die ganzen letzten Wochen hatte ich schnell Angst bei Schmerzen, Wehen und
ziehen im Bauch, da Du doch noch nicht rauskommen solltest, doch nun haben
wir es wirklich fast geschafft und ich kann endlich bald diese Angst
ablegen, die Wehen hemmenden Mittel weglassen, mich wieder ohne schlechtes
Gewissen bewegen und mich auf die Vorboten der Geburt freuen.
Ich kann mich auf eine bestimmt harmonische Geburt im
Geburtshaus freuen und Dich dann in den Armen halten zu dürfen.
Ich hab Dich lieb.
Deine Mama |
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